Die Zeit alleine kann einem schon sinnlos, nutzlos oder verschwendet vorkommen.
Geht es dir auch manchmal so?
Ich höre das in meiner Arbeit als Coach öfter und auch ich kenne dieses Gefühl aus meiner Vergangenheit.
Ich hielt es manchmal in meiner 2-Zimmer-Wohnung nicht aus und ging raus eine Runde spazieren. Meine besten Freundinnen waren schon glücklich vergeben, nur ich - ich war allein. Ich brachte es nicht auf die Reihe eine gute Beziehung zu führen. Irgendwas stimmt doch mit mir nicht....
Ich ging also raus, draußen war es Winter, Schnee lag, klare Luft, es war eiskalt. Es war wunder-wunderschön draußen. Der See um die Ecke war zugefroren und die Menschen, Pärchen, Familien fuhren glücklich und heiter Schlittschuh - nur ich - ich war allein. Und hatte krassen Liebeskummer. Ich fühlte mich in diesem Moment so einsam, wie selten in meinem Leben.
In solchen Momenten habe ich mich dann erwischt, wie ich mich mal wieder auf irgendeiner Single-Plattform angemeldet habe, um VIELLEICHT endlich mal DENJENIGEN zu finden, oder mich einfach mit jemandem nett zu unterhalten.
Um mich ABZULENKEN.
Abzulenken von mir selbst.
Abzulenken davon, dass ich mich mit mir selbst konfrontiere.
Abzulenken davon, dass ich alleine bin.
Dass ich mich getrennt fühle von allem.
Abzulenken von der Einsamkeit.
Von der Leere.

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du dieses Gefühl einsam und getrennt zu sein schon lange kennst?
Also, dass es nicht das erste Mal ist, dass du das fühlst?
Dieses Gefühl ist meistens schon in der Kindheit entstanden, vielleicht sogar das erste Mal kurz nach der Geburt, als du von deiner Mutter getrennt wurdest.
Vielleicht noch einmal später, als deine Eltern nicht so für dich da waren, wie du es gebraucht hättest.
Und in dir ist dieser Mangel entstanden. Dieses Fehlen der Nestwärme, der Zugehörigkeit, der Verbundenheit, des Eins-Seins....
Und es dieses Gefühl begleitet dich - auch jetzt als Erwachsener - immer noch und immer wieder mal.
Diese innere Leere soll nun ein anderer Mensch füllen.
Und kennst du das, wenn du aus diesem Gefühl heraus jemanden kennenlernst, vielleicht ein potenziell passendes Gegenstück, dass du dann sofort am liebsten ALLES von diesem Menschen willst?
Du überschüttest ihn mit Nachrichten, er soll dir alles geben, soll sich 100 % zu dir bekennen, 100 % zu dir stehen, soll dir Sicherheit geben, Nähe, Liebe, soll immer für dich da sein, usw.
Innerlich hast du Angst, dass du verletzt wirst und die Person dich verlässt.
Und dieser Mensch zieht sich plötzlich zurück. Immer weiter und weiter.
Und je mehr du dich anstrengst und je mehr du versuchst alles zu geben, um die Nähe herzustellen, desto weiter zieht er sich zurück.
Deine innere Leere, deine Einsamkeit sorgt dafür, dass du so handelst. Dass du diese Person am liebsten sofort vereinnahmen willst.
Oder dass du eben immer irgendwelche Dinge tun musst, um deine innere Leere nicht zu spüren - Ablenkungen. Social Media, TV, ständigen Unternehmungsdrang, ständig irgendwas wurschteln, Kaufsucht, diverse Süchte, Workaholic, usw.
Das alles überdeckt einfach nur dieses Gefühl.
Anstatt, dass du dir mal Zeit nimmst für dich - nur für dich und deine Gedanken, flüchtest du dich in all diese Dinge oder klammerst dich an eine Person, die dir alles geben soll, was dir im Inneren fehlt.
Der potenzielle Partner, denn du aus diesem Gefühl heraus anziehst, bedient genau dieses Muster. Und du fühlst dich nach einer Weile wieder einsam und leer.

Ich bin absolut der Auffassung, dass wir als Menschen ein soziales Netzwerk brauchen, dass wir Familie, Freunde, Partner usw. brauchen, die uns unterstützen.
Es ist sicherlich nicht gut, wie es heutzutage ist, dass so viele Menschen alleine leben. Davon abgesehen, werden es jedes Jahr mehr Singles.
Doch um aus dem ganzen Dilemma herauszukommen und dieses Muster der Einsamkeit und des Verlassen-Werdens nicht mehr weiter zu bedienen, ist es wichtig, dass du auch dir selbst genug bist.
Dass du lernst, das Alleinsein zu lieben.
Dass du erkennst, dass dein Sich-Getrennt-Fühlen und die Einsamkeit nur in deinem Kopf ist und dass du stets mit allem verbunden bist.
Der erste Schritt wäre, dass du dir täglich ein bisschen Zeit für dich selbst nimmst:
Schritt 2:
Dieses Gefühl der Einsamkeit ist jetzt gerade da, weil es dir etwas sagen will.
Mache dir bewusst, dass es nur ein Gefühl von vielen ist. Du bist nicht deine Gefühle und deine Gedanken.
Es ist jetzt da, dieses Gefühl, und es möchte gefühlt werden. Ganz bewusst. Konfrontiere dich mit dem Gefühl selbst und fühle dich durch - ohne deine "Drama-Geschichte", die damit einhergeht.
Gehe auf Entdeckungsreise:
Du wirst nach einigen Minuten spüren, dass es schon viel leichter geworden ist. Die meisten Menschen laufen vor ihren schlechten Gefühlen davon. Sie wollen sie nicht fühlen. Sie wollen sie einfach nur loswerden.
Und dazu denken sie, dass sie ein bestimmtes Ergebnis im Außen brauchen. Zum Beispiel der richtige Partner, der sie aus dem Gefühl erlöst und sie glücklich macht.
Doch damit bleiben wir immer abhängig. Viel schöner und wertvoller ist es doch, sich auch allein vollständig und verbunden fühlen zu KÖNNEN, ohne dass es etwas Bestimmtes im Außen braucht.
Dazu ist es wichtig, die "schlechten" Gefühle wahrzunehmen und nicht vor ihnen wegzulaufen und sich trotzdem die ganze Zeit schlecht zu fühlen...
Wenn du dich auf die ersten beiden Schritte eingelassen hast:
RESPEKT! Das macht nicht jeder!!! (Nicht einmal ich mache das immer ;-))
Nun ist der Zeitpunkt, um die dahinterliegenden Gedanken umzuprogrammieren. Da kann man natürlich mit Affirmationen / Afformationen nachhelfen.
Doch für die tiefere Transformation im Unterbewusstsein braucht es oft etwas mehr. Zum Beispiel mithilfe eines Coaches und Methoden, die Veränderungen im Unterbewusstsein bewirken können.
Melde dich gerne, wenn du Unterstützung wünschst.
Erkenne, dass du wertvoll bist.
Erkenne, dass du gut bist, so wie du bist.
Erkenne, dass du es wert bist wundervolle und bereichernde Beziehungen zu deinem Umfeld zu haben und eine glückliche und erfüllte Partnerschaft zu leben.
Von Herzen,
Katharina